🇩🇪 German · A1–B1 · Chapter 28 of 30

Kapitel 28: Der Vater

Hansel and Gretel — tap any word for its meaning, or tap a sentence to see it in English.

Kapitel 28: Der Vater

Der Wald war noch genauso groß und dunkel wie am ersten Tag. Aber im kleinen Haus am Wald war nur noch ein Mann. Es war der Vater von Hänsel und Gretel.

Seit jenem Morgen im Wald hatte er keine gute Stunde mehr gehabt. Er hatte sie gesucht, jeden Tag und jede Nacht. Aber der Wald war groß, und niemand fand die Kinder.

Auch die Mutter war sehr traurig geworden. Dann war sie krank geworden. Und eines Tages war sie gestorben. Jetzt war der Vater sehr allein im Haus.

Der Herd war kalt, und es gab kein Feuer mehr. Der Vater wollte kein neues Feuer machen. Für wen wollte er noch kochen?

So vergingen die Tage, eine Woche nach der anderen. Der Vater sagte fast nichts mehr.

Dann, an einem stillen Abend, saß er wieder allein am Herd. Da hörte er plötzlich etwas vor der Tür. Die Tür wurde langsam aufgestoßen.

Zwei Kinder standen in der Tür, schmutzig und müde. Aber sie lebten, und ihre Augen waren hell.

Der Vater sah sie an und sagte zuerst nichts. Er stand nur da und sah die Kinder an.

Dann schüttelte Gretel ihre Schürze, und Perlen fielen auf den Tisch. Sie glänzten wie kleine weiße Steine. Auch Hänsel leerte seine Taschen: Steine aus Gold fielen auf den Tisch. Der Vater sah die Perlen und die Steine aus Gold, und er verstand alles.

Er hielt Hänsel und Gretel und weinte. Es waren Tränen der Freude, keine Tränen der Angst. Aller Kummer und alle Angst waren vorbei.

In dieser Nacht schliefen die drei wieder im warmen Haus. Aber diese Nacht wurde nie vergessen.